Forschungsergebnis

Neue Stellschraube für Salztoleranz bei Pflanzen entdeckt

Keimlinge mit einer epigenetischen Histon-Markierung in ihrem Erbgut kommen mit erhöhten Salzkonzentrationen besser zurecht als Keimlinge ohne diese Markierung. Ahmt man diese Markierung durch einen Aminosäureaustausch nach, zeigt sich bei der Mutante der gleiche Effekt: Die Keimlinge (rechts) wachsen besser als Keimlinge ohne die Markierung (links). Foto und (c): Minoru Ueda, PNAS, CC BY-NC-ND 4.0

Durch künstliche Bewässerung und erhöhte Temperaturen versalzen viele Böden zunehmend. Höhere Konzentrationen von Salzen, stören die Regulation des Wasserhaushalts der meisten Pflanzen (der sogenannten Glykophyten) und können zu ihrem Absterben führen. Betroffen davon sind auch unsere Nutzpflanzen. Ein Forschungsteam hat nun eine bislang unbekannte Stellschraube für Salztoleranz entdeckt: eine Histon-Markierung ist für die Stressantwort der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) essenziell.  Bei der Ackerschmalwand spielt das Enzym „HDA19“ eine wichtige Rolle bei der Regulation der pflanzlichen Entwicklung, des Stoffwechsels und der Stressantwort. Das Team wies nun nach, dass dieses Enzym für die Entfernung der neu entdeckten Histon-Markierung verantwortlich ist und damit auch mit darüber entscheidet, wie die Pflanze mit einem hohen Salzgehalt zurechtkommt. Pflanzen, denen das Enzym fehlt, sind deutlich toleranter gegenüber salzigen Böden, berichtet das Team um Prof. Dr. Iris Finkemeier vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen an der Universität Münster und Prof. Dr. Motoaki Seki vom RIKEN-Forschungsinstitut in Japan im Fachjournal PNAS.

Quelle: Uni Münster
Forschungsergebnis

Pflanzen schalten bei Starklicht sofort um

Chloroplasten lenken bei Veränderungen in der Umgebung die zytosolische Translation um, also die Herstellung von Proteinen im Zellplasma, was eine sofortige und schnelle Anpassung an die neuen Bedingungen ermöglicht. Grafik und (c): Uni Bielefeld

Pflanzen reagieren auf grelles Sonnenlicht nicht erst nach Stunden, sondern innerhalb weniger Minuten: binnen zehn Minuten regulieren sie gezielt ihre Proteinproduktion. Forschende um  Prof. Dr. Karl-Josef Dietz der Universität Bielefeld und der Australian National University haben einen neuen Signalweg entdeckt, mit dem Pflanzen ihre Proteinproduktion direkt anpassen, noch bevor Gene im Zellkern ihre Aktivität ändern, nämlich indem kurze Abschnitte der Boten-RNA dabei als molekulare Schalter wirken. Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für klimaresistente Nutzpflanzen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse vergangene Woche in der Zeitschrift Molecular Plant.

Quelle: Uni Bielefeld
Forschungsergebnis

Phytoplankton wendet das Zwiebelschalen-Prinzip an

Mikroalgen setzen Stoffe frei, die von Bakterien aufgenommen und verwertet werden können. Bisherige Modelle gingen davon aus, dass sich diese Substanzen in Wasser stets von selbst verteilen. Nun haben Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) erstmals die tatsächlichen Konzentrationen einer solchen Substanz gemessen – und sind zum Schluss gekommen, dass unterschiedliche Stoffe die winzigen Algen in mehreren Schichten umgeben, die sich wie Zwiebelschalen um die Algen hüllen. Veröffentlicht sind die Ergebnisse im Fachmagazin PNAS.

Quelle: ETH Zürich