Forschungsergebnis

1.072 Arten in einem Eimer Wasser

Robin Schütz, Doktoranden der Biologie, entnimmt eine Probe an der Mündung der Lippe. Foto und (c): Till-Hendrik Macher

Mittels DNA-Metabarcoding haben Forschende gezeigt, wie die pragmatische, umfangreiche und gleichzeitig günstige Analyse der Artenvielfalt in Gewässern gelingen kann. Dazu reichten die DNA-Spuren in zwei Litern Wasser, um zu verfolgen, wie sich die Artenvielfalt eines Flusses über ein Jahr verändert. In den Proben konnte das Team in Summe 1.072 Arten nachweisen: 40 Fisch- und Neunaugenarten, 41 Vogel- und 26 Säugetierarten, 425 aquatische und 350 terrestrische Wirbellose sowie 190 Arten von Kieselalgen. Zum Vergleich: Für denselben Ort sind in der globalen Biodiversitätsdatenbank GBIF insgesamt 1.029 Arten registriert, die in über 130 Jahren zusammengetragen wurden. Die Studie der Forschenden der Universität Duisburg-Essen am Beispiel der Lippe ist im Fachjournal Ecological Indicators veröffentlicht.

Quelle: Uni Duisburg-Essen
Forschungsergebnis

Giftige Cyanobakterien sitzen auch auf Wasserpflanzen

An Wasserpflanzen gebundene Cyanobakterien können ans Ufer gespült werden und dort "Matten" ausbilden. Foto und (c): Britta Geiser

Wer an giftige Cyanobakterien denkt, hat meist grünliche Algenblüten vor Augen. Doch sie können auch auf Wasserpflanzen wachsen und damit Menschen und Tieren besonders nahekommen. Eine Auswertung von Daten aus 107 Gewässern zeigt, dass diese Organismen in sehr unterschiedlichen Lebensräumen zu finden sind, darunter auch der Tegeler See in Berlin. Die vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) geleitete Analyse zeigt zudem, dass Cyanobakterien, die mit Pflanzen verbunden sind, leicht übersehen werden können. Das ist vor allem dann der Fall, wenn sich die Überwachung nur auf die freie Wassersäule konzentriert. Der Artikel ist im Fachjournal BioScience erschienen.

Giftige Cyanobakterien sitzen auch auf Wasserpflanzen
Projekt

Küstenschutz, der mitwächst

Messung von Pflanzeneigenschaften in den Dünen von St. Peter-Ording. Foto und (c): Dr. Jana Carus, TU Berlin

Wie Pflanzen und Dünen Europas Küsten widerstandsfähiger machen können ist Thema eines neuen, DuneFront genannten EU-Projektes. Strandhafer wirkt unscheinbar. Für den Küstenschutz kann er jedoch entscheidend sein. Die Pflanze wächst dort, wo Sand ständig in Bewegung ist. Wird sie übersandet, reagiert sie mit neuem Wachstum und bildet weitere Wurzelebenen aus. So kann sie Dünen von innen stabilisieren und damit dazu beitragen, Küsten widerstandsfähiger gegen Sturmfluten, Seegang und den steigenden Meeresspiegel zu machen. Genau dieses Zusammenspiel von Vegetation, Sandbewegung und Erosion steht im Zentrum des Beitrags der Technischen Universität Berlin zum EU-Forschungsprojekt DuneFront. In dem internationalen Verbundprojekt werden sogenannte Dünen-Deich-Hybride untersucht: Küstenschutzsysteme, in denen natürliche oder naturnah entwickelte Dünen mit technischen Deichstrukturen zusammenwirken. Ziel ist es, neue Konzepte für einen nachhaltigen, ästhetischen und naturnahen Küstenschutz zu entwickeln.

Quelle: TU Berlin
Anwendung · Projekt

Wenn der Roboter im Gewächshaus aufs Wort hört

Hier arbeitet der Roboter im Gewächshaus an Paprika. Foto und (c): Rohit Menon/Christian Lenz, Uni Bonn

In den Gewächshäusern der Zukunft werden Menschen vermehrt mit Roboter arbeiten. Damit diese Vision Wirklichkeit wird, forscht ein Team um Prof. Dr. Maren Bennewitz von der Universität Bonn gemeinsam mit Partnern aus Taiwan auf Basis von Künstlicher Intelligenz an den Grundlagen. Im Projekt „Learning Expert-Guided Crop Intervention through Human-in-the-Loop LLM Robotics“ - kurz AgriLoop - erforschen die Gruppen aus beiden Ländern, wie Gewächshausroboter künftig durch natürlichsprachliche Interaktion enger mit landwirtschaftlichen Fachleuten zusammenarbeiten können. Das Vorhaben wird auf deutscher Seite durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit einer Fördersumme von 463.000 Euro für die Bonner Forschung unterstützt. AgriLoop ist ein Partnerprojekt des Exzellenzclusters PhenoRob und im Transdisziplinären Forschungsbereich Sustainable Futures angesiedelt.

Quelle: Uni Bonn