Forschungsergebnis

Schad-Signale werden über weite Strecken durch die Wurzel weitergeleitet

Wenn Pflanzenwurzeln verletzt werden, breitet sich eine Druckwelle mit hoher Geschwindigkeit im gesamten Wurzelsystem aus. Benachbarte Proteine erkennen die Veränderung und erzeugen elektrische Signale. Sie lösen damit die Synthese von Stresshormonen aus. Grafik und (c): Angel Baudon

Pflanzen geben Verletzungen an ihren Wurzeln innerhalb von Millisekunden über mechanische Signale weiter. Ein Abfall des hydraulischen Drucks dient dabei als schnelles Alarmsystem für benachbarte Wurzeln, wie ein Forschungsteam von der Universität Würzburg in der Fachzeitschrift Science Advances zeigt. Demnach bricht der hydraulische Druck in der Wurzel zusammen, wenn Pflanzenwurzeln etwa durch Insekten verletzt werden. Diese Druckwelle breitet sich in Arabidopsis thaliana mit hoher Geschwindigkeit im gesamten Wurzelsystem aus. In benachbarten Wurzeln erkennen winzige Proteine, die wie kleine mechanische Drucksensoren funktionieren, die Veränderung und erzeugen elektrische sowie Ca²⁺-Signale. Letztendlich löst die Verletzung in den benachbarten Wurzeln so die Synthese von Stresshormonen aus, wodurch diese sich auf den bevorstehenden Angriff vorbereiten. Das zentrale Ergebnis der Studie zeigt, dass Pflanzen physikalische Prinzipien nutzen, um Gefahrensignale extrem schnell weiterzuleiten. „Sobald eine Wurzelzelle verletzt wird, kommt es zu einem sofortigen Abfall des intrazellulären Drucks, der in Pflanzen sehr hoch ist“, erklärt Erstautor Dr. Angel Baudon.

Quelle: Uni Würzburg
Forschungsergebnis

Natürlicher Superkleber: Mistelbeeren ersetzen Erdöl

Einen leistungsfähigen Klebstoff haben Forschende entwickelt, dessen wichtigste Zutat aus den Beeren der Mistel gewonnen wird. Der vollständig biobasierte Kleber haftet unter anderem auf Holz, Metall, Glas und Teflon. Besonders interessant: Durch Erwärmung lässt sich eine gelöste Klebeverbindung mehrfach wieder aktivieren, wie das Forschungsteam von der Technischen Universität München (TUM) im Fachmagazin Advanced Materials berichtet. Das könnte künftig Reparaturen und Recycling erleichtern, etwa bei elektronischen Geräten.

Quelle: TUM
Forschungsorte · Projekt

Datenpool des GGBN wächst auf 4,5 Millionen DNA- und Gewebeproben

Ziel des internationalen Netzwerks Global Genome Biodiversity Network (GGBN) ist es, den globalen Zugang zu genetischen Ressourcen und den mit ihnen verbundenen Informationen zu ermöglichen. Durch diese einzigartige Infrastruktur werden die Erforschung der biologischen Vielfalt und ihr Erhalt gestärkt sowie Entwicklungen im Bereich der Bioökonomie befördert. Innerhalb von fünf Jahren stieg die Menge des über GGBN für globale Forschungszwecke zur Verfügung bereitgestellten Materials um die Hälfte und erreichte einen neuen Höchststand von rund 4,5 Millionen DNA-, Gewebe- und Umweltproben. Die Anzahl der Mitgliedsinstitutionen im Zeitraum des BMFTR-geförderten (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt) Projektes ist auf über 120 gewachsen. Geleitet wird das auf fünf Jahre angesetzte und zum Ende des Jahres auslaufende Vorhaben vom Botanischen Garten Berlin (BG) der Freien Universität Berlin.

Quelle: BG Berlin