Forschungsergebnis

Neun Erfolgsgeschichten aus Mooren weltweit

Moorlandschaft in Feuerland: Bright Spot Turba Tol. Foto und (c): Renske Vroom

Eine internationale Studie eröffnet eine ermutigende Perspektive auf die Klima- und Biodiversitätskrise. Während Moore häufig im Zusammenhang mit Degradierung und Treibhausgasemissionen diskutiert werden, stellt die in der Fachzeitschrift Ambio veröffentlichte Studie neun sogenannte „Bright Spots“ aus aller Welt vor. Die Beispiele reichen von gemeinschaftlich getragenen Renaturierungsinitiativen und großflächigen Wiedervernässungsprogrammen bis hin zu innovativen Formen der Nasslandwirtschaft und Kunstprojekten die den Menschen wieder eine Verbindung zu Moorlandschaften herstellen. Sie machen deutlich, dass bereits heute bedeutende Fortschritte erzielt werden, und liefern Inspiration sowie wertvolle Erkenntnisse für den Moorschutz weltweit. Die Studie wurde gemeinsam von Forschenden der Universität Greifswald (Partner im Greifswald Moor Centrum), die zugleich Mitglieder des Sonderforschungsbereichs WETSCAPES2.0 sind, sowie des Copernicus Institute for Sustainable Development der Universität Utrecht geleitet.

Quelle: Uni Greifswald
Forschungsergebnis

Kohlenstoffsenken unter Druck: Beispielloser Biomasseverlust in Europas Wäldern

Wie Satellitendaten zeigen, haben Europas Wälder seit 2018 beispiellos viel oberirdische Biomasse verloren. Besonders betroffen sind Wälder in Mitteleuropa, die stark durch Dürre und Borkenkäfer belastet sind. Im Gegensatz zu früheren Studien, die sich ausschließlich mit Veränderungen der Waldbedeckung befassten, liefert diese Studie erstmals Erkenntnisse über Veränderungen der Waldbiomasse in ganz Europa. Die Studie von Forschenden der Technischen Universität München (TUM) zeigt weiterhin, dass bereits eine kleine Zunahme der Schadflächen große Mengen Kohlenstoff freisetzen kann. Das hat auch Folgen für die EU-Klimaziele. Veröffentlicht sind die Daten in der Fachzeitschrift Nature Geoscience.

Quelle: TUM
Projekt

Agrarökologische Leistung kleinbäuerlicher Betriebe

Industrielle Landwirtschaftsbetriebe mit Monokulturen prägen die europäischen Agrarlandschaften – mit Folgen wie dem Verlust der biologischen Vielfalt und Umweltbelastungen. Kleinbäuerliche, lokal vernetzte Betriebe können diesem Trend entgegenwirken und die Agrobiodiversität stärken. Ihr Beitrag zur agrarökologischen Transformation ist jedoch bislang nur unzureichend erforscht. Im Projekt MultiCAS (Multi-dimensional performance assessment of complex agroecological systems) entwickeln Forschende unter Federführung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ein multidimensionales Instrument zur Bewertung der agrarökologischen Leistungsfähigkeit. Sie berücksichtigen dabei lokale ökologische, soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen und werden auch Maßnahmen zur Förderung der agrarökologischen Transformation identifizieren. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das im Juni gestartete Projekt für drei Jahre mit rund 330.000 Euro, kofinanziert wird es durch die Europäische Union (EU) im Rahmen der Agroecology Partnership.

Quelle: JLU beim idw
Methoden · Forschungsergebnis

Unterirdische Pilz-Netzwerke in 3D

Pilzfäden in der Erde sind feinste Strukturen, die bereits durch geringe Einwirkungen oder Säuberungen zerstört werden können. Mit dem neuen Ansatz gelang es, diese so wenig wie möglich zu verändern. Foto und (c): Jan Jansa

Forschende haben erstmals das komplexe Netzwerk von Pflanzenwurzeln und Mykorrhiza-Pilzen im Boden dreidimensional sichtbar gemacht. Die entwickelte Methode basiert auf der Synchrotron-Computertomographie. Das Verfahren ermöglicht die Darstellung feinster Strukturen, die mit konventionellen CT-Verfahren häufig nicht sichtbar sind. Die Pflanzen wachsen dabei in einem „Korb“, mit dem sie samt Bodenmaterial aus der Erde entnommen werden – ohne dem Wurzelgeflecht zu schaden. Aus einer Vielzahl hochauflösender Projektionsaufnahmen dieser Probe wird so ein dreidimensionales Modell rekonstruiert, das Pflanzenwurzeln, Pilzfäden und Pilzsporen in ihrer natürlichen Umgebung sichtbar macht. Die Forschenden der Technischen Universität München (TUM) sehen in dem Verfahren eine Chance für die Forschung zu klimaresilienten Pflanzen und haben ihre Ergebnisse im Fachjournal New Phytologist veröffentlicht.

Quelle: TUM
Forschungsergebnis

Futterpflanze erhält Wachstumskick von neuer Bakterienart

Forschende fanden an Wurzeln der Saat-Esparsette (Onobrychis viccifolia) eine neue Art von Knöllchenbakterien, welche der Futterpflanze einen Wachstumskick verschafft, indem sie die Pflanze mit Stickstoff versorgt. Nun sind Leguminosen eigentlich dafür bekannt, dass sie in ihrem Wurzelraum eine Symbiose mit Knöllchenbakterien eingehen, die ihnen bei der Stickstoffversorgung helfen, jedoch funktioniert das nicht in allen Böden und für alle Leguminosenarten gleich gut. Beispielsweise gedeihen auch Soja und Lupine nicht an allen Standorten und brauchen manchmal eine gewisse Starthilfe, um ertragreich zu wachsen. Genau so geht es auch der Saat-Esparsette, weshalb die Futterleguminose in der deutschen Agrarlandschaft nur ein Nischendasein fristet. Das soll sich nun ändern, dank der von Forschenden des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig entdeckten und isolierten Bakterienstammes Mesorhizobium onobrychidis OM4. Veröffentlicht sind die Ergebnisse im Fachmagazin Microbiology Spectrum.

Quelle: JKI