So profitiert die Pflanzenforschung von der mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Optogenetik
Die Ergebnisse des neuen Würzburger Nobelpreisträgers Georg Nagel nutzen neben der Medizin auch Forschende in den Pflanzenwissenschaften. Nagels langjährige Würzburger Mitstreiter Dietmar Geiger, Kai Konrad und Dirk Becker erklären, warum. Nagel konnte zeigen, dass die Grünalgen-Channelrhodopsine sehr empfindlich auf Blaulichtreize reagieren und sehr schnell schalten. Nagel und seine Mitstreiter erkannten das Anwendungspotenzial der Channelrhodpsine. So wurden sie zu den Gründungsvätern einer neuen Forschungsrichtung – der Optogenetik. Der Charme dieser Technik liegt in der berührungslosen Steuerung elektrischer Reize, die punktgenau und mit variierbarer Frequenz und Amplitude eingesetzt werden können. Mit seiner Berufung zum Professor für Molekulare Pflanzenphysiologie am Lehrstuhl für Botanik I am Julius-von-Sachs-Institut des Biozentrums der Universität Würzburg im Jahr 2004 fokussierte sich Professor Nagel darauf, die lichtgesteuerten Kanäle für den Einsatz als optogenetische Werkzeuge zu optimieren. Auch in der Pflanze können mit der Hilfe dieser lichtgesteuerten Kanäle präzise elektrische Signale ausgelöst werden, um berührungslos die physiologische Konsequenz einer elektrischen Reizung zu studieren. Erste Studien und Publikationen bezeugen das zukunftsweisende Potential der optogenetischen Schalter des Nobelpreisträgers Georg Nagel.